„App geht`s!?“

Workshop Digitale Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen – Herausforderungen begegnen und kreative Nutzungsweisen kennenlernen

Netzwerk Pflegefamilien Workshop zum Thema Social Media

Social media und digitale Medien sind heute überall präsent – auch im Familienalltag. Das Thema hat Auswirkungen, Herausforderung und Umgang mit digitalen Medien in Familien, auf Kinder, Jugendliche, zwischen den Generationen ist in aller Munde - so auch im Netzwerk Pflegefamilien.

An einem Vormittag (ent)führte der über die Grenzen Münsters hinaus bekannte Medienpädagogen Johanes Wentzel Pflegeeltern, SPLer und Familienberater in die digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen.  Welche Apps nutzen die Kids von heute? Was ist heute angesagt und worin liegt die große Verführung aber auch ein großer Nutzen? Wie halten wir als Erwachsene den Anschluss? Wie viel Kontrolle, wie viel Einschränkung und auch welche kreative Begleitung seitens Erwachsener brauchen Kinder, um einen verantwortungsbewussten Umgang in und mit digitalen Welten zu lernen? Diesen und ähnlichen Fragen, ging der Medienpädagoge auf anschauliche und lebendige Art und Weise nach.

Ziel seiner Workshops, stellte der Pädagoge eindrücklich und schnell dar, ist es nicht Wege und Möglichkeiten von Verboten, Beschränkungen aufzuzeigen, sondern elterliche Präsenz auch in der digitalen Welt, insbesondere im mobilen Netz zu stärken und damit sichere Begleitung für Kinder zu gewährleisten.

Medienkompetenz – so? müsse ein neues Schulfach heißen. Eindeutig stellte er klar: Sobald Ihr Kind ein Smartphone hat, chattet es mit WhatsApp, teilt Fotos über Instagram, sieht sich Filme bei YouTube an, nutzt Spiele-Apps oder hat ein Profil bei Snapchat - Apps bzw. das mobile Netz sind fester Bestandteil der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen und aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken.“ Technisch sei es für Kinder überhaupt kein Problem social media zu nutzen, vorinstallierte Beschränkungen teilweise zu umgehen oder gar zu hacken. Wenn es allerdings um einen reflektierten und „nachhaltigen“ Gebrauch von Apps & Co. geht, besteht riesiger Informationsbedarf. Gerade bei Themen wie Cybermobbing, Sexting, Fake und Hate brauchen Jugendlichen Unterstützung, um verantwortungsvoll und sicher reagieren zu können. Und hier kommen die Erwachsenen ins Spiel – als Begleiter, als Pate, Vertrauter, als Lotse durch die digitalen Welten. Dafür, das wurde den Teilnehmenden in praktischen Übungen sehr klar, ist es zunächst wichtig zu wissen, was gerade angesagt und aktuell ist und wie es funktioniert bzw. angewendet wird. Das Angebot, in weniger bekannte Apps mit kreativen Anwendungsmöglichkeiten für die ganze Familie hinein zu schnuppern, wurde gerne angenommen. Eifrig wurden die Spielideen für die ganze Familie mitgeschrieben und bei so manchem gleich im Handy gespeichert.

Fazit des Morgens, der wie im Flug vorbeiging: Der Umgang mit digitalen Welten muss gelernt werden sowie z.B. Verkehrssicherheit auch. Eltern und Kinder müssen die Möglichkeit haben in solchen Workshops informiert zu werden. Statt Resignation über die Jugend von heute und den stetig zunehmenden Medienkonsum braucht es im Bereich Medien, gerade auch in Pflegefamilien und SPLs präsente Erwachsene.  Wie überall auch ist es gerade bei diesem Thema wichtig am Ball und nah am Kind zu bleiben. Einstimmig wurde am frühen Nachmittag rückgemeldet: Ein Anfang ist gemacht mit diesem Workshop und eine Fortsetzung wäre wünschenswert… in diesen schnellen digitalen Zeiten.