Jede Form von Gewalt an Kindern hinterlässt Narben

Zum Tag der gewaltfreien Erziehung

"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und auch andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." Seit über 20 Jahren steht dieser Satz im Bürgerlichen Gesetzbuch. Bis dahin war es ein langer Weg zu diesem Grundrecht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Bis in die 1970er Jahre durften Lehrer_innen die Schüler mit dem Rohrstock "züchtigen", die Anwendung von Gewalt war lange Zeit ein legitimes Mittel in der Erziehung. In den letzten Jahren hat sich einiges getan, aber auch heute noch gibt es viele Kinder, die physische Gewalt in der Familie erfahren. Ein häufiger Grund ist eine Überforderung der Eltern durch Stress im (Berufs-)alltag.

Neben körperlicher Gewalt gibt es unterschiedlichste Formen psychischer Gewalt in Familien, bspw. durch Angstmachen, Nötigung, Drohungen, Abwertungen und Diffamierungen. Jede Form von Gewalt hinterlässt Narben bei einem Menschen, häufig bleiben sie ein Leben lang. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuhören und hinzusehen. 

Um Eltern zu stärken und den Fokus auf die Bedeutung einer gewaltlosen Erziehung zu richten, gibt es den internationalen Tag für gewaltfreie Erziehung. Pflegeeltern, Bereitschaftspflegen und Sozialpädagogische Lebensgemeinschaften leisten einen großen Beitrag, Kindern, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, den Rückhalt und die Geborgenheit zu geben, die sie dringend benötigen.