Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften on Tour

Ein Wochenende zwischen Spinnennetzen, Marshmallows und Riesenpfützen

‚Jetzt erst recht‘ – war angesichts von Kälte und Regen das Motto des diesjährigen Wochenendes, das die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften mit ihren Fachberatern des Netzwerks Pflegefamilien im Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW e.V. (VSE) in der Hollager Mühle bei Bramsche miteinander verbrachten.

Und es gelang: Kein plötzlich einsetzender Starkregen konnte die erlebnispädagogisch mehrstündige Spielekette am Samstag unterbrechen. Schließlich ging es darum gemeinsam einen Schatz zu erobern. Über 20 Kinder und Erwachsene spielten sich durch kniffelige, gruppen- und persönlichkeitsstärkende Übungen, die von zwei Erlebnispädagogen angeleitet wurden: Da musste mitten im Wald ein Turm aus Bauklötzen nur mit Hilfe von Seilen in die Höhe gebaut und die Schatzkiste aus einem ‚hochgiftigen‘ Areal ohne Bodenkontakt geborgen werden. Groß und Klein, Jung und Alt mussten sich gleichermaßen aus dem Gefängnis befreien, das von einem Spinnennetz aus ‚schleimätzenden‘ Seilen versperrt war. Auch die Lachmuskeln waren gefragt, als sich die Erwachsenen in Hühner verwandelten, die ihre (Kinder)Küken mit lautem Gegacker vor dem nahenden Fuchs verteidigen mussten.

Für den geforderten Körpereinsatz und die pfiffigen Strategien kam da natürlich der selbstgebackene Kuchen genau richtig, den die Profieltern als Stärkung mitgebracht hatten. Während der Regen lautstark auf das Dach prasselte, wurde der in gemütlicher Runde verzehrt.

Am Abend klang der erlebnisreiche Tag am wärmenden Lagerfeuer aus. Marshmallows wurden am Stock gegrillt, dabei Geschichten erzählt und immer wieder (maximal trockenes) Feuerholz gesucht und nachgelegt. Die Erwachsenen tauschten sich über ihr Arbeitsfeld aus, ließen Vergangenes Revue passieren, nahmen Ausblick auf Zukünftiges und genossen die Atmosphäre.

Auch am Sonntagmorgen zog es die Gruppe nach draußen. Aufgeweichte und matschige Wege hinderten die Teilnehmer*innen nicht am langen Spaziergang. Viele Hände wechselten sich dabei ab, den Kinderwagen der Jüngsten durch den Wald zu schieben und Pfützen auch mit kurzen Beinen zu überqueren.

Nach der abschließenden Kreativaktion, bei der Nasen- und Handskulpturen aus Gips entstanden, waren sich in der Rückmelderunde alle einig: Ein solches Wochenende sollte es jedes Jahr geben. Kinder, Profieltern und Berater profitieren von den gemeinsamen Aktionen und dem Austausch. Man lernt sich (besser) kennen, intensiviert Verbindungen, stärkt Vertrauen und schafft so den guten Rahmen für den Austausch über Bedarfe und Inhalte der Arbeit im Rahmen der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften. Vielleicht, so entstand am früher Sonntagnachmittag vor der Abreise die Idee, kann bei einem nächsten Mal zusätzlich eine fachinhaltliche Einheit das Familienangebot ergänzen.